Sich selbst ein Bild von Gott machen

Andreas Born

Gott ist … ja wie ist Gott? Vermutlich würde ihn jeder Mensch ganz anders beschreiben. Gedanken zum Gottesbild von Andreas Born.

Bei uns im Essbereich hängt ein Bild an der Wand. Geschenkt und gemalt von meinem Onkel. Auf den ersten Blick ein abstraktes Bild. Die Leinwand ist weiss grundiert, darüber türkisblaue Farbstreifen. Auch sieht man schwarzgemalte Stellen. Bei näherem Betrachten erkennt man ganz schwach Seiten aus einer altgriechischen Bibel. Auf den zweiten Blick, wenn man zwei Schritte weiter weg steht, formen die sich Seiten zu einem Kreuz. Jeder Besucher, der das Bild zum ersten Mal sieht, macht sich seine eigenen Gedanken dazu. Jeder macht sein eigenes Bild daraus. Je nach Gedanken und persönlicher Grundeinstellung, sehen wir Menschen Bilder anders und bewerten sie verschieden.

Unsichtbarer Gott

Wenn wir mit jemand zum ersten Mal Kontakt haben, macht man sich im Vorfeld Gedanken über ihn. Wird er oder sie offen oder misstrauisch sein? Verstehe ich mich mit dem Gegenüber oder herrscht eine kühle Atmosphäre? Bei Gott ist es nicht anders. Welches Bild machen wir uns von Gott? Obwohl Gott unsichtbar ist, kann er durch unsere unterschiedlichsten Ansichten betrachtet werden. Ist er wie ein Polizist, der uns die Gesetze vorhält und Strafen erteilt, wenn wir seine Vorschriften nicht einhalten? Oder ist er ein Automat, bei dem man alles «kaufen» kann, wenn wir genügend Leistung erbringen? Ein launischer Herrscher, der dem einen Leid zufügt und den anderen verschont? Oder gar der alte Mann mit weissem Bart, der sowieso nichts von dem allem versteht, was auf der Erde läuft? So wie wir uns gerade fühlen, so machen wir uns ein Bild von Gott.

Du sollst dir kein Bildnis machen

Bei all den Ansichten, die wir von Gott haben, lassen wir uns dazu verleiten, ihm ein individuell von uns selbst geprägtes Gesicht zu geben. Wir stellen uns genau DEN Polizisten oder DEN alten Mann vor, für den wir Gott halten. Doch die Bibel lehrt uns in 2. Mose 20 Vers 4: «Du sollst dir kein Bildnis noch ein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern unter der Erde ist.»

Gott verstehen heisst: Gottes Wesen verstehen

Gott hat uns, damit wir uns nicht auf unsere eigenen Vorstellungen verlassen müssen, in der Bibel aufgezeigt, wie sein Wesen / Bild zu verstehen ist. So ist Gott sehr mächtig, keine Macht kann sein Handeln beschränken. Er ist ewig, sein Dasein hat keinen Anfang und kein Ende, was für uns Menschen unvorstellbar ist. Er weiss und durchschaut alles. Gott ist Liebe und kommt mit unverdienten Geschenken. Er vergibt Schuld und hilft dem, der seine Hilflosigkeit einsieht.

Muss unser Gottesbild revidiert werden?

Wie sich das Bild nach anderer Betrachtung verändert, so kann auch das Gottesbild verändert werden. Jeder Mensch entwickelt seine Gedanken weiter. Es ist deshalb jedem selber überlassen, was er für ein Bild von Gott hat. Meiner Meinung nach möchte Gott, dass wir ihn als liebenden Vater erleben und diese Liebe an unsere Mitmenschen weitergeben. «Gott erfahren» heisst berührt und verändert werden. Gott zwingt uns nicht, uns zu ändern, er möchte dies durch persönliche Beziehung und durch seine intensive Liebe erreichen.

Fazit

Gott möchte, dass wir ein richtiges, vor allem nicht äusserliches, Bild von ihm erhalten. Dazu hat er uns in der Bibel zahlreiche Geschichten und Erfahrungen von unseren Vorfahren mit ihm mitgegeben. Darin möchte er uns in erster Linie sein offenes und liebendes Herz zeigen – innere Werte – damit wir seine Liebe und Vergebung verstehen und annehmen können.

Autor: Andreas Born

Der Autor ist Hochzeits- und Porträtfotograf. Mehr Informationen zu ihm finden Sie auf Andreasborn.ch.

Weiterer Blogtipp zum Thema Gottesbild

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.